Wir starten unseren Trip vom Stuttgarter Flughafen aus. Die Dame an den Sicherheitskontrollen ist so nett mich darauf hinzuweisen, dass ich noch eine große Flasche Wasser in meinem Rucksack habe. Ops, die habe ich tatsächlich verpennt raus zu nehmen. Normalerweise sind die Sicherheitsleute sehr unentspannt was solche Sachen angeht. Aber diese war wirklich nett, humorvoll und gut gelaunt. Wir fliegen mit der British Airways nach London, dort kommen wir ebenfalls reibungslos durch die Kontrolle und haben nun 1,5 h Zeit etwas durch zu schnaufen, bevor es die 7 Std. nach New York weiter geht.

Im Airbus sitzen wir ganz hinten. Ich hasse es ganz hinten zu sitzen. Dort ist es viel zu Laut und super unentspannt. Dennis klemmt im Flieger wie ein Brötchen im Toaster. Der Flieger liegt ziemlich unruhig in der Luft, was mich sehr nervös macht. Und allgemein scheinen die Piloten bei British Airways leider nicht besonders begabt im Landen zu sein. Sehr unsanft und ziemlich am herum schlängeln berührt der Flieger den Boden, als ich wieder erleichtert aufschnaufen kann.

In einer halben Stunde haben wir es durch die Kontrollen geschafft. Fingerabdrücke genommen, Augen gescannt, ab zum baggage claim. Koffer ist sofort da. AMERICA, FUCK YEAH! Draußen buchen wir gleich ein Shuttle und müssen keine 10 Minuten warten um nach Manhattan kutschiert zu werden. Natürlich stehen wir auf dem Weg in die City direkt im Stau und es geht nur schleppend voran. Kurz nach 7 erreichen wir das New York Inn, welches im Internet als awa ny downtown Hostel ausgeschrieben war und zunächst einmal erst für große Verwirrung sorgte .. Der Inder an der Rezeption ist extrem freundlich und wir bekommen gleich unseren Schlüssel… Zum 3. Stock. Nur Treppen. Enge Treppen. Steile Treppen. Armer Dennis. Schwerer Koffer.

Das Hostel allgemein ist sehr stickig. Alles ist sehr runtergekommen und es sieht aus als ob das Gebäude jeden Moment in sich zusammen fallen könnte. Es riecht sehr muffig, stark nach Staub und als wir unser Zimmer aufschließen, bestätigt sich meine Vorhersage: “ in New York wird es am teuersten und schäbigsten. Es wird klein, eklig und wirklich heftig.“ Siehe da, ich hatte recht. Das „Zimmer“ ist 2 auf 3 m groß. Es passt gerade so ein 140 cm Bett rein, das so sehr wackelt, dass man sich kaum traut sich rein zu legen. Drum herum kann man gerade so laufen. Das Bad ist 1,50 auf 1,50 m und als ich mir die Hände waschen will, halte ich erst mal den Wasserhahn in der Hand. Ich hatte Abenteuer versprochen, hier sind sie.

Immerhin gab es hier weder Schaben, noch Läuse, noch Bedbugs… Also bin ich zufrieden. Zudem liegen wir DIREKT am Time Square und sind allgemein so was von Zentral das es schon unrealistisch ist. Unser Ticket Center für den NY-Pass ist 7 m neben dem Hostel. Gleich über die Straße ist ein Supermarkt. 7 Blocks weiter der Central Park, 1 Block der Time Square, 3 Blocks das Rockefeller usw.

Nachdem wir ein bisschen runtergekommen sind, machten wir uns erst einmal auf eine kleine Erkundungstour. Tigern über den Times Square, zum Rockefeller und snacken was beim Mac. Dann gehen wir zurück zum Hostel und versuchen zu schlafen. Wir schlafen zwar gut, aber werden ständig wach. Das Fenster an unseren Köpfen lässt nicht nur jedes Lüftchen rein, sondern auch jedes Geräusch. Und direkt mit dem Fenster zur 8th Avenue ist der Geräuschpegel wirklich enorm. Aber in den kommenden 2 Nächten hatten wir uns daran gewöhnt.

Am 2. Tag (10.10.2013) Starten wir um 7 Uhr. Frühstück ist inklusive… Aber der Raum in dem es das Frühstück gibt, ist ebenso schäbig wie alles Andere .. nur doppelt so schlimm. Wir holen unseren NY-Pass und starten unsere Sightseeing Tour mit der Grand Central Station da es leicht regnet. Als es aufhört zu regnen gehen wir auf das Empire State Building. Leider ist es nur bewölkt, aber wir haben trotzdem eine sehr gute Sicht. Anschließend machen wir einen Abstecher bei macys und entdecken ein Victoria Secret Store, der mir den Verstand raubt. Dennis auch. Darauf gibt es erst mal einen Bosten Cream bei Dunkin Donuts. Nach dieser Stärkung geht es zu Madame Tussauds und ich flippe völlig aus. Wahnsinn was man alles aus Wachs machen kann… Ob das schmilzt wenn ich das Feuerzeug drunter … Lassen wir das.

Weiter zum Hudson River. Wir entdecken einen gigantischen Flugzeugträger. Yes, mit unserem Pass haben wir auch dort „free entry“. Ich bin begeistert von den Dimensionen aus Stahl die dort als schmale Gänge und Kabinen, Anker und Kombüsen verbaut sind. Nebenan liegt die Aida und ein Atom U-Boot vor Anker. Auch dieses kann man besichtigen. Natürlich machen wir das, auch wenn ich echt Beklemmungen dabei bekommen habe. Es hat sich aber mehr als gelohnt das gesehen zu haben, zumal es das letzte noch existierende und mit scharfer Munition ausgerüstete Atom U-Boot ist. Wow.

Schnell am Pier einen Burger reinpfeifen und weiter geht es mit dem Wassertaxi. Leider können wir die Hop-on/ Hop-off Möglichkeit nicht nutzen, da wir uns auf der letzten Tour des Tages befinden. Dafür sehen wir aber die schöne NY Skyline, die grüne Lady, die Brooklynbridge und bekommen eine Vielzahl nützlicher Infos vom Capitan gratis dazu. Das reicht uns für den ersten Tag und wir lassen diesen beim Dinner im Hard Rock Café ausklingen.

Der 3. Tag beginnt mit einem ziemlichen Schreck. Unser Plan, das Water Taxi erneut zu nutzen ist erst mal fehlgeschlagen, also nehmen wir ein Yellow cab zum Financial District. Der Fahrer schmeißt uns beim One World Tower raus und wir laufen über die Wallstreet Richtung goldenen Bullen als es passiert: Ein falscher Tritt und alles ist vorbei. Keine 20 m vom Bullen entfernt. Dennis bent over. Umgeknickt. Vorbei. Schmerzverzerrt wickelt er sich nach Halt suchend um eine Laterne. Sofort bekommt man die Hilfsbereitschaft der Amerikaner zu spüren. Jemand kommt und fragt ob er einen Krankenwagen rufen soll, stützen soll oder irgendwas machen kann. Wir lehnen erst mal dankend ab. Ein Imbisswagen-Besitzer bringt uns einen Becher Eis um den Knöchel sofort zu kühlen und wir lassen uns am Bordstein nieder. Mir ist schlecht vor Schreck. Mir gehen 1.000 Dinge durch den Kopf: Was jetzt, wie geht’s weiter, was ist wenn, wie mach ich es, was mach ich… Hilfe!! ER WIEGT 140 KG, WAS SOLL ICH NUR TUN!

Nach einiger Zeit scheint es wieder einigermaßen zu gehen und Dennis beißt die Zähne zusammen. Wir schleppen uns zum goldenen Bullen um Fotos zu machen. Was nun? Dennis meint es ginge wieder. Ich bin misstrauisch. Also geht es mit dem Yellow Cab auf nach Chinatown. Hier gibt es viel Seafood und frisches Obst und Gemüse, aber irgendwie überzeugt mich Chinatown immer noch nicht. Schon vor 2 Jahren war ich ziemlich enttäuscht, und auch dieses Mal, es war zwar besser, weil wir diesmal mitten drin waren, war es immer noch nicht so, wie man sich Chinatown eigentlich vorstellt. Darum: Taxi her und wieder ab ins Hostel. Dort ruhen wir uns erst Mal ein wenig aus und kühlen Dennis Fuß mit einem Sack Eis aus dem Supermarkt von nebenan.

Bevor es Richtung Central Park geht machen wir noch eine online Reservierung im Benhania – Japanese Steakhouse denn ich muss Dennis unbedingt zeigen wie toll so was ist. Vor dem Centralpark werden wir von einem Rikscha Fahrer angequatscht, der uns eine 1h Tour für 285 $ andrehen will. Den kompletten Centralpark in einer Stunde.. Ohne den kaputten Fuß zu sehr zu strapazieren.. Ansicht eine coole Sache.. Wäre da nicht der Preis… 10 min später sind wir bei 90 $ oder umsonst falls es uns nicht gefallen sollte UND er fährt uns danach direkt zu unserem Steakhouse. Na also gut…
Die Tour ist tatsächlich der Knaller und jeden Cent wert.. Elijah war ein toller Guide, hat viele spitzen Bilder von uns geschossen, hat super gute Laune verbreitet, super Tipps gegeben, klasse Infos inpetto und die Tour echt zu einem Highlight gemacht. Hätte ich gewusst wie toll der Kerl ist und hätte ich die Kohle dafür, hätte ich auch gerne die 285 $ gezahlt..

Mit der Rikscha durch den New Yorker Verkehr ist dann auch nochmal ein ganz anderes Abenteuer und nichts für schwache Nerven. Das Benhania (Japanese Steakhouse) war spitze, das Filet Mignion perfekt, aber der Koch hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Ist auch schwer wenn man in Seattle schon das non plus Ultra eines japanischen Kochs erleben durfte. Dennoch ist das Benhania rein vom Geschmack her sehr zu empfehlen.

Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Heute fliegen wir schon wieder weiter nach Chicago.

Der 4. Tag beginnt mit einem Highspeed Souvenir Shopping. Wir haben 3 Std. bis zur planmäßigen Abreise mit dem Shuttle zum Flughafen.

Auf der Jagd nach Souvenirs stoßen wir außerplanmäßig auf einen Halloween laden. Omg, ich geh hier drin pleite. So viele tolle Dinge. 70 $ ärmer verlasse ich den Laden. Ich konnte mich zusammenreißen. Nähe des Empire State buildings finden wir auch endlich ein paar Souvenirläden die uns zu sagen. Dort schlagen wir zu. Noch 40 min bis 12 Uhr. Fuck, wo ist die Zeit hin gekommen? Ach ja.. Der Halloweenstore. Blöd das wir nun 11 Blocks von unserem Hostel entfernt sind. Also im Laufschritt, MARSCH!

Beim Hostel-Inder bestellen wir ein Shuttle. Der sagt uns, das man das min 6 Std. vorher buchen muss. Mein Fehler. Verdammt. Der Inder tut sein Möglichstes um für uns doch noch eins zu organisieren. Jedoch vergebens. Mist. Er zeichnet uns die Route auf, wie man mit der Bahn und dem Airtrain zum JFK kommt. Mir wird schlecht. Ich finde mich in Gedanken schon mal damit ab in den Katakomben der Subway zu verrotten, als plötzlich ein Shuttlefahrer einen anderen Gast abholen will. Der Inder fragt ob er uns noch mitnehmen kann. Das Glück der Dummen ist uns mal wieder Hold und schon sitzen wir im Shuttle Richtung JFK. Kaum zu glauben. Dort angekommen drucken wir unsere Tickets aus, geben den Koffer auf, stehen ein wenig bei der Sicherheitskontrolle in der Schlange herum, aber kommen dort auch ohne irgendwelche Probleme ganz gut durch und können nun 2 Std. entspannt auf den Flieger warten.

Next Stop Chicago!

Unterkunft:
Damit ihr einen ordentlichen Schlafplatz habt und nicht so einen Reinfall wir wir erleben, braucht ihr natürlich noch die passende Unterkunft. Schaut euch einfach mal im Hotel-Preisvergleich um, dort könnt ihr nach euren Bedürfnissen filtern und die Ergebnisse auf einer Übersichtskarte ansehen.

Mietwagen:
Falls ihr Euren USA-Trip mit einer kleinen Rundreise verbinden wollt, empfehlen wir euch einen Mietwagen zu buchen. Wir buchen ausschließlich über billiger-mietwagen.de, da wir durchweg nur gute Erfahrungen damit gemacht haben. Ihr findet ganz leicht einen kompletten Preisüberblick aller wichtiger Anbieter und könnt aber auch nach den speziellen Angeboten für Fahrer unter 25 Jahren, oder anderen Extras filtern.

Kreditkarte:
Für Reisen ins Ausland empfiehlt es sich immer eine Kreditkarte dabei zu haben. Besonders in den USA ist das die einfachste Art zu zahlen und um ehrlich zu sein, gewöhnt man sich so schnell daran, dass man zurück in Deutschland nur noch am fluchen ist. Falls ihr noch keine habt, empfehle eine der Besten, kostenlosen Kreditkarten. Die DKB! Damit lief bei mir immer alles völlig problemlos und man kann ganz leicht sein Geld direkt auf die Kreditkarte ziehen um ausreichend Liquidität zu haben. Natürlich könnt ihr damit auch kostenlos vor Ort Geld abheben.

Einreise USA:
Für deutsche Staatsbürger ist für Urlaubsreisen bis 90 Tage ein gültiger Reisepass zusammen mit der elektronischen Einreisegenehmigung (ESTA) ausreichend. Wie ihr das Ding ohne auf Abzocker reinzufallen beantragt, erfahrt ihr hier.