Über ein Angebot im Internet habe ich 2 äußerst günstige Tickets für den TGV von Stuttgart nach Paris ergattern können. In ein paar wenigen Stunden sind wir bereits in Paris angekommen und finden uns erstaunlich gut zurecht. Die Stadt ist irgendwie seltsam neblig. Als wir dann in die Metro steigen und nichts dafür zahlen müssen, wird uns auch klar, warum das so ist: Smogalarm. Über der ganzen Stadt hängt eine gewaltige Dunstglocke und es dürfen nur noch Autos mit einem bestimmten Kennzeichen fahren. Der Rest darf kostenlos auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen. Es ist aber auch tatsächlich unglaublich viel Verkehr auf den Straßen. Zum Glück reisen wir mit der Bahn. Ich finde das sowieso eine sehr gute Idee von Paris. So etwas könnte man in Stuttgart auch mal machen. Anstatt sich andauernd über die Abgaswerte zu wundern die auf Höhe der Schwabengarage am Höchsten sind.

Das Hotel finden wir recht einfach, aber werden wegen Überbuchung zu einem anderen Hotel, direkt an einer großen Kreuzung geschickt. Als kleine Entschuldigung für den „Aufwand“ erhalten wir von dem Hotel eine kostenlose Bootsfahrt an der Seine entlang.
Da sich das andere Hotel genau an einer Metrostation befindet, kommt uns das nur zu Gute. Wir müssen praktisch nur noch aus der Eingangstür fallen und sind schon in der Metro. Das Glück der Dummen könnte uns holder nicht sein.
Unser Zimmer ist klein aber fein. Wir sind im obersten Stock und haben eine tolle Aussicht. Ich selbst bin das erste Mal in Paris. Eigentlich mag ich Frankreich nicht sonderlich. Die Sprache ist komisch und die Menschen kommen meistens sehr stur und unfreundlich rüber.

Mit dem Wetter hatten wir mal wieder wirklich Glück. Blauer Himmel und Sonnenschein. Da wir die komplette Stadt zu Fuß erkunden ist das ein willkommener Zustand. Wir stellen überrascht fest, dass hier sehr viele auf unsere in Englsich gestellten Fragen ebenfalls in Englisch antworten. Da bin ich aber platt. Juhu, wir werden überleben. Es war meine Größte Angst sich nicht verständigen zu können (und das obwohl ich 5 Jahre lang Französisch in der Schule hatte – ich habe es gehasst! Ich lerne gerne jede Andere Sprache auf dieser Welt, aber gegen Französisch sträube ich mich vehement!)

Am meisten fasziniert bin ich von dem besonderen Flair, der in dieser wunderschönen Stadt herrscht. Melancholisch lass ich meine Blicke durch die Gassen schwelgen, an denen wir vorbei laufen. Die schönen Fassaden und teils engen, urigen Gassen sind wunderschön.

Der Eiffelturm und Notre Dame nehmen mir die Luft! Ich bin überwältigt der Gewalt des Gerüst aus Stahl und Eisen. Unglaublich was Menschen entstehen lassen können. (Wenn auch gleich sie es ebenso schnell wieder zerstören können.) Die Kathedrale „Notre-Dame“ ist mit Abstand das schönste Gotteshaus, was ich bislang zu Gesicht bekommen habe. Ich liebe den gotischen Stil. Die Fassade, die Fenster, das Gewölbe, die Grotesken und Strebbögen – ich stehe mittendrin und kann es kaum fassen, das dass alles im 13. Jahrhundert errichtet worden sein soll. Soviel Schönheit gepaart mit dieser mystisch verruchten Atmosphäre. Die Kathedrale erweist eine Dimension in der man sich winzig vorkommt, wenn man einmal drin steht. In Sachen Bauten und Sightseeing ist Paris definitiv sehenswert. Es gibt unendlich viel zu entdecken und auszuprobieren.
Vom Essen her weiß ich das die Französische Küche mit unter zu den Besten der Welt gehört. Allerdings haben wir bei unserer Low-Budget Reise nichts typisch französisches gegessen, sondern haben uns Größtenteils selbst versorgt. Deshalb kann ich hierzu leider keine Empfehlungen aussprechen, da nichts Erwähnenswertes dabei gewesen ist.

Bei unserer Rückreise verpassen wir unseren Zug zurück nach Stuttgart, da dieser nicht angeschrieben ist und wir nicht wissen auf welchem der 34728 Gleise er ankommt. Ein großer Moment der extremen Panik und viel Ärger mit der deutschen Bahn, da diese keine genaue Auskunft geben wollen wie wir das nun handeln könnten. Letztendlich kaufen wir 2 neue Tickets für insgesamt 350 € um wieder nach Hause zu kommen. Ich flippe fast aus. So viel zu unserem „Low Budget“ Trip. Ansich hatten mich die Karten Hin und Zurück 79 € gekostet, für uns beide. Nun waren wir bei 429 €. „Für den Preis hätte ich auch mit dem Taxi von Stuttgart nach Paris fahren können“, keife ich den Mann am Ticketschalter an, der nur gleichgültig mit den Achseln zuckt und ein „C’est la vie“ murmelt. So viel Französisch verstehe ich gerade noch und springe ihm fast an die Gurgel.

Jedoch muss ich im Nachhinein ein wirklich großes Lob an die deutsche Bahn für ihre große Kulanz aussprechen! Uns wurde der komplette Betrag rückerstattet – Vielen Dank dafür. Allerdings sei dazu gesagt: Wir hatten alles mit Fotos dokumentiert und konnten somit nachweisen, dass es tatsächlich nicht unsere Schuld war. Ich denke ohne die Fotos und die Nachweise, hätten wir ganz schön alt ausgesehen.

Fazit:
Paris ist ein sehr schönes Fleckchen Erde. Abgesehen von meinen anfänglichen Vorurteilen gegenüber den Franzosen ist man uns immer sehr nett und freundlich gegenübergetreten. Die Stadt hat ein äußerst charmanten Flair und ich kann es jedem nur Nahe legen diese Stadt einmal zu besuchen. Bei schönem Wetter ist es dort dreimal so schön.