Unsere Freunde und wir haben geplant Silvester einmal an einem anderen Ort, in einer anderen Stadt zu verbringen. Gesagt getan: 3 Monate vorher buchen wir unsere Reise. Mit Germanwings fliegen wir am 31.12.2015 mittags von Stuttgart los. Da wir unseren online Check-in schon 3 Tage zuvor getätigt hatten, sind wir sehr überrascht, das unsere Freunde kurzfristig Plätze in der Premium Klasse ergattern. Die Plätze kosten eigentlich einen Aufpreis von 20€/Platz. Check man jedoch kurz vor dem Flug ein, hat man scheinbar gute Chancen diese Plätze umsonst zu ergattern. Memo an mich: Das nächste Mal vor dem Flug an einem Check in Automaten direkt am Flughafen einchecken. Die Landung ist Butterweich und wir machen uns auf die Suche nach unserem Hotel. Das Ibis Budget ist schnell gefunden und relativ zentral gelegen, so dass man alles sehr gut per Bus und Bahn erreichen kann. Das Zimmer ist sauber, sehr spartanisch eingerichtet aber trotzdem fühlt man sich wohl. Das Einzige was ich vermisse, ist ein Föhn und eine Lüftung in der Toilette. Ansonsten sind die Betten sehr bequem und man schläft wirklich sehr hervorragend. Für den kleinen Geldbeutel kann ich es also nur empfehlen.

Bevor wir uns inmitten von Böllern uns Raketen begeben, gehen wir erst einmal schön essen. Im Panthera Rodizio, ein Brasilianisches Restaurant, das sich in der Nähe der Landungsbrücken befindet, gibt es „All you can eat!“. Kellner laufen mit Fleischspießen und Gemüseplatten herum und schneiden jedem so viel herunter wie man möchte. Das Essen ist sehr lecker, allerdings finde ich nicht, dass es sich preislich besonders lohnt. Allerdings war das Ambiente und die Kellner insgesamt sehr unterhaltsam. Um 23 Uhr werden alle Gäste rausgeschmissen. Wir begeben uns zur Hafenpromenade und schon jetzt herrscht dort Ausnahmezustand. Überall schießen Raketen hoch und erhellen den Himmel in den buntesten Farben. Ich finde diese Tradition immer noch äußerst unsinnig. Unmengen von Geld in den Himmel zu schießen für ein kurzes helles Licht das in 2 Sekunden wieder erloschen ist. Um 0 Uhr ist es soweit. Alle Fähren, Dampfer und Schiffe läuten das neue Jahr mit einem Hupkonzert ein, dass einem die Gänsehaut den Rücken hochjagt. Es ist ein unbeschreiblicher Moment und in den nächsten 5 Minuten schießen unendlich viele Raketen in den Himmel. Überall leuchtet es auf. Die Menschen fallen sich in die Arme und stoßen an. Ich beobachte das Treiben und versuche diesen Moment so gut es geht fest zu halten.

Eine Stunde später ist der ganze Spuk dann auch schon wieder vorbei. Die Menschenmenge löst sich auf und auch wir beschließen nun weiter zu ziehen. Mit der Hochbahn geht es weiter Richtung St. Pauli. Scheinbar hatten nicht nur wir diese Idee.

Die Reeperbahn ist unfassbar voll. Unser Ziel ist eigentlich eine Bar die in der Nähe der „Großen Freiheit“ liegt. Wir wundern uns noch über die vielen Polizeiwagen, die sich davor platziert hatten. Doch als wir in die Straße einbiegen wollen wissen wir wieso sie dort stehen. Uns trifft fast der Schlag. Es gibt kaum noch eine freie Lücke, so viele Menschen schieben sich durch diese Straße. Hauptsächlich Ausländer. Ich komme mir vor wie im Krieg in einem anderen Land. Wir versuchten unsere Freunde zu überzeugen umzukehren, doch die wurden schon von dem ersten Menschenstrom eingesogen und verschluckt. Wir werden getrennt und verlieren uns aus den Augen. Meine Versuche ihnen hinterher zu rufen scheitern kläglich, denn meine Stimme wird von dem Geräuschpegel der hier herrscht mühelos verschluckt. Das Gedränge ist unerträglich. Es gibt fast kein Durchkommen. Ein Großer Strom kommt uns entgegen, einige Schreien und rennen, manche halten sich, warum auch immer die Nase zu. Beinahe löst das eine Massenpanik aus. Hände sind überall an meinem Körper. Sogar Dennis wird von Männern angegrabscht. Man hat überhaupt keine Kontrolle mehr woher die ganzen Hände kommen. Ich möchte hier nur noch raus. Es fühlt sich an wie eine ganz neue Dimension der Vergewaltigung. Bald lichtet sich der Strom und wir finden uns wieder zusammen. Den restlichen Abend lassen wir in einer Bar namens „3-Raum-Wohnung“ parallel zur großen Freiheit, ausklingen. Wir alle müssen erst einmal das Geschehene verdauen.

Tag 2.
Den nächsten Tag beginnen wir um 12 Uhr. Ganz entspannt frühstücken wir in einem Café in der Nähe unseres Hotels. Das Frühstück ist in Ordnung aber der Service lässt zu Wünschen übrig. Als wir mit der Hochbahn zum Baumwall fahren um dort in das Dungeon zu gehen, heitert sich das Wetter ein wenig auf. Trotzdem bleibt es eisig kalt. Über Groupon haben unsere Freunde einen Gutschein ausfindig machen können, der einen guten Rabatt auf die Eintrittskarten rausschlägt. Nach einer Wartezeit von ca. einer Stunde, haben wir es endlich geschafft. Es ist sehr lustig gemacht und man erfährt ein wenig Geschichte über Hamburg. Ein Besuch ist es auf jeden Fall wert. Wir lassen den Abend in einem portugiesischen Restaurant ausklingen. Es gibt lecker Tapas, Paella und Kaninchen. Das „Le Lion“ ist übrigens mein Geheimtipp für Euch. Eine ausgezeichnete Bar mit sehr exklusiven und grandiosen Cocktails in einem schönen Ambiente. Um reingelassen zu werden muss man klingeln und man sollte auf jeden Fall vorher reservieren.
Etwas angeheitert ziehen wir nun weiter ins Dollhouse. Ein Muss, wenn man schon mal in Hamburg – der Stadt der Sünde – ist. Diesmal ist „Die große Freiheit“ nicht so überfüllt wie in der Silvesternacht. Das Dollhouse ist ein riesiger Stripclub. Die Tänzerinnen sind reine Akrobaten. Die Kerle allerdings sind eher etwas faul und machen den Anschein als würden sie einen Rheuma-Tanz aufführen. Zudem haben sie abgesehen von einem wahrlich gut gebauten Körper, nicht besonders viel mehr zu bieten. Die Mädels sind sehr unaufdringlich und extrem schön. Nachdem wir uns ein paar Shows auf der Bühne angeschaut hatten, bestellten wir uns das erste Mädel an den Tisch. Für 30 € gibt es einen Lapdance. Da wir zu 6. sind, muss jeder nur 5 € springen lassen. Sie ist blond, hat einen Körper zum niederknien und hat eine große, natürliche Oberweite. Als sie zu uns kommt ist sie als Krankenschwester verkleidet. Der erste Dollarschein landet zusammen mit meinem Gesicht zwischen ihren nackten Brüsten. Es fühlt sich an wie zwei mit samt überzogene Puddings. Warm und unendlich weich. Das schönste was ich je in meinem Gesicht hatte. Ihre Haut ist so glatt und zart das ich mich zwingen muss sie nicht permanent zu streicheln. So muss sich der Himmel anfühlen.

Die 2. die für uns tanzt ist ein Traum von einer Frau. Ebenfalls blond, ganz zierlich mit einem bildhübschen Gesicht und einem großen Phönix-Tattoo an der linken Körperseite bis runter zum Oberschenkel. Sie ist wie eine Elfe. Diesmal mit kleinen Brüsten, dafür aber sehr quirrlich und unterhaltsam. Auch sie hat unfassbar schöne, weiche Haut und riecht zum anbeißen gut. Diesmal fragen wir, wie sie das hinbekommt. Sie empfiehlt uns die Bodylotion von „Rituals“ – Rice and cherry blossom. Das muss ich unbedingt testen – ich will auch so eine Haut.

Tag 3.
Heute steht Sightseeing auf dem Plan. Doch zu aller Erst gehen wir frühstücken. Diesmal probieren wir einen Tipp von Yelp aus. Das Café heißt „Omas Apotheke“ und ist ein sehr uriger, gemütlicher Ort. Der Tipp war spitze, denn für nur 6 € bekommt man ein jenseits Frühstück mit Brötchen, Croissants, Brot, Käse, Wust, Obst, … uvm. Kaffee oder Tee gibt es, so viel man möchte dazu. Die Omelettes sind unmenschlich groß und der Service ist perfekt und sehr Aufmerksam.

Heute ist es bitter kalt und der Wind macht es einem noch schwerer. Wir beginnen bei der Alster, besichtigen den Hafen, schauen das Rathaus an, fahren mit der Fähre und machen uns trotz des typischen Nordseewetters einen schönen Tag. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn man ein Gruppenticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kauft, kann man auch mit der Fähre fahren ohne was zusätzlich zahlen zu müssen.

Zu Abend essen wir Burger. Zu Anfang des Tages wurde dieser Vorschlag zunächst einmal verworfen, da unsere Quotenvegetarierin keine Lust auf die „billigen Gemüseburger“ hatte. Doch als sie sah, das es dort auch einen Walnuss-Burger gab, war sie Feuer und Flamme. Das „Bucks“ kann ich nur wärmstens empfehlen. Die Burger sind fantastisch! Ich hatte einen Alabama Burger mit Spiegelei, Bacon, Onionrings, Käse, Tomate, Salat und 170g Beef. Ein absolutes Gedicht.

Tag 4.
Oin Aal, zwoi Aal, droi Aal… Hamburger Fischmarkt. Dafür geht es schon um 6 Uhr los. Ich bin allerdings ein wenig enttäuscht, da ich mir den Fischmarkt ein wenig anders vorgestellt hatte. In der Halle gibt es dann erst einmal eine Waffel zum Frühstück. Die Anderen kippen sich die ersten Bier rein. Eine Band sorgt für ausgelassene Stimmung und man kann kaum glauben, das es erst halb 7 Uhr morgens ist. Wir beenden an diesem Tag unseren Trip bei einem Fish und Chips essen und machen uns gegen 16 Uhr auf den Weg in Richtung Flughafen. Mit airberlin treten wir die Rückreise mit einer Verspätung von 40 min an.

Fazit:
Hamburg ist eine wirklich schöne Stadt, allerdings ist es jetzt nicht unbedingt meine Stadt. Vielleicht liegt es auch daran, was in der Silvesternacht passiert ist, was mich ziemlich abgeschreckt hat. Wenn man die richtigen Restaurants kennt, kann man hier wirklich hervorragend essen. Ein Muss ist auf jeden Fall das Dollhouse. Der Abend dort war extrem lustig und wir hatten alle eine Menge Spaß! Die Mädels dort sind bildschön und man sieht das sie richtig Bock auf das haben, was sie da machen.