Alles begann mit diesem kleinen rosa Karton den mir meine Freundin mit funkelnden Augen unter die Nase schob. „Für dich! Mach auf!“, meinte sie. Ein wenig verdutzt öffnete ich die Schachtel. In ihr befand sich ein kleiner weißer Ballon und im Deckel oben drüber haftete eine Sicherheitsnadel mit der Aufschrift „POP ME!“. Oh nein, knallende Ballons! Als ich den Ballon raus nahm, sah ich dass Konfetti darin und sah mich schon wild staubsaugend durch die Wohnung rennen. Ich ließ den Ballon mit der Nadel zerplatzen und das Konfetti flog uns um die Ohren. Der Konfettiregen legte sich und ich nahm neben dem kleinen Zettel, der auf dem Tisch gelandet war auch das immer breiter werdende Grinsen meiner Freundin wahr. Was hatte sie nur vor? Ich entfaltete das Zettelchen und darauf stand „Willst du meine Trauzeugin sein?“ OH MEIN GOTT WIE SÜß! Meine Freude war riesig. Natürlich wollte ich. Doch… kann ich das überhaupt? Ich habe doch keine Ahnung was ich tun muss, geschweige denn, was auf mich zukommt.

Vorab hatten wir schon einmal über einen Jungesellinnen Abschied gesprochen und was sie sich wünschen würde. Sofort kamen mir wieder ihre Worte in den Kopf und ich beschloss auf jeden Fall etwas unvergessliches zu machen. Ein paar Wochen später begann ich auch schon mit den ersten Planungen. Da noch nicht sicher war in wie weit die anderen Mädels mitziehen würden, war noch nicht sicher, ob es tatsächlich an den Strand gehen konnte, oder ob es nur ein gemütliches Wellness-Wochenende werden würde.

Eine kleine Herausforderung, denn neben der Pre-Weddingparty musste ich es noch irgendwie nebenher schaffen alles für den JGA fertig zu bekommen und zu organisieren. Da bei einer JGA-Party ja auch immer wieder viele unterschiedliche Mädels zusammen kommen und die möchte ich ja alle glücklich machen – neben der Braut natürlich. Schnell trennte sich aber unter den geladenen Mädels die Spreu vom Weizen. Viele sagten ab, egal was geplant war. Manchen war die Anfahrt zu weit (ist ja auch nur eine einmalige Sache, nichts Wichtiges *OBACHT IRONIE) Andere bekamen keinen Urlaub oder gaben mir das Gefühl, dass sie generell keine Lust darauf hatten. Im Nachhinein kann ich dazu nur sagen: Wer nicht will findet Gründe, wer will findet Wege! Ich fand es nur sehr enttäuschend und schade für meine Braut.

Also lud ich kurzerhand noch zwei Mädels von mir mit ein, die meine Braut auch gut kannte. Denn nur zu dritt wäre es sehr Schade gewesen. Ziel: 4 Tage Palma de Mallorca. Nach ein paar Tagen der Recherche, fand ich über booking.com ein spitzen Apartment und dank Skyscanner.de auch recht günstige Flüge direkt ab Stuttgart. Schnell war alles gebucht und in trockenen Tüchern. Da ich meiner Braut ein wenig was bieten wollte, hatte ich mir überlegt ein paar Tagesausflüge zu machen. Ein Mietwagen wäre wohl sehr geschickt. Gesagt, getan. Für wenig Geld habe ich über  einen super Mietwagen (SUV – KIA Sportage) gefunden.

Der grobe Rahmen ist geplant, die Mädels werden nach dem letzten „Go“ gefragt – und ich komme langsam in die letzten Züge: Bemale die selbstgemachten „Team Bride“ Shirts, reserviere einen Mietwagen, setze mich nochmal mit der Kontaktperson in Verbindung, damit auch alles tatsächlich klappt. Hole Sekt und Snacks, bete das alles klappt wie ich es geplant habe und gehe im Kopf nochmal alles durch.

Let’s get started

Am Sonntag wurde es dann ernst für mich: Koffer packen, nichts vergessen, die letzten Besorgungen machen und hoffentlich ALLE wichtigen Dokumente dabei haben. Wer beim Aufwachen wohl aufgeregter war? Die Braut oder ich? Dennoch hieß es vor lauter Aufregung: keine Zeit verlieren! Denn der Flug geht um 7:20 Uhr morgens.