Mit einem lauten Krachen schlägt eine Salve Farbkugeln direkt neben mir ein. Feine Farbspritzer sprenkeln mir das Gesicht. Das Adrenalin schießt mir durch die Glieder und unsere Gegner kennen keine Gnade. Mein Team gibt mir Feuerschutz, während ich mich zum nächsten Wall nach vorne Kämpfen um den Gegner nach und nach in die Enge zu zwingen. Eine weitere Salve fliegt mir um die Ohren, doch sie treffen mich nicht. Mit weichen Knien presse ich mich mit dem Rücken ans Wall um dem Gegner so wenig wie möglich Angriffsfläche zu bieten. Der Beschuss auf mich hört für einen Moment lang auf und ich nutze diese Gelegenheit um zum Gegenangriff über zu gehen.

Headshot!

Ich habe den Sniper des Gegner-Teams perfekt erwischt. Ein dicker gelber Fleck leuchtet genau zwischen seinen Augen. Obwohl es mehr Glück als Können war, bin ich unglaublich stolz auf diesen Treffer. Denn wir sind Paintball spielen und ich bin voll in meinem Element. Doch die Freude währt nicht lange. Dadurch, dass ich ihren Scharfschütze ausgeschaltet habe, rückt der Gegner nun noch aggressiver nach vorne. Wir müssen handeln. Inzwischen sind nur noch eine Hand voll Spieler auf dem Feld. Wir rücken vor in das dunkle, leerstehende Gebäude. Hier dringt von außen kaum Licht ein. Schutz suchend versuchen wir uns zu orientieren. Die Schüsse hallen hier doppelt so laut wieder. Ich fühle mich wie im Rausch. Die Atmosphäre ist sehr einschüchternd, doch wir zeigen keine Furcht. Plötzlich verrät sich der Gegner durch ein Geräusch und wir gehen sofort zum Angriff über. Die in Panik abgegebenen Schüsse vom Gegner zischen an uns vorbei. Jetzt schießen sie nur noch blindlings um sich um nicht ihre Deckung aufgeben zu müssen. Doch wir erwischen sie trotzdem. Siegreich verlassen wir das Feld und nach einer kleinen Pause wird ein neues Spiel gestartet.

Paintball spielen in Pilsen war eine unglaubliche Erfahrung. Ganz anders als hier in Deutschland sind die Arenen riesig und man spielt mit einer Horde fremder Menschen zusammen. Anfangs war das sehr gewöhnungsbedürftig, da man als eingestandener Deutscher doch lieber unter sich spielen möchte. Jetzt standen wir plötzlich mit 50 Personen auf dem Feld und es herrschte einfach nur Krieg. Man musste kämpfen, mit seinem Team zusammenarbeiten, Taktiken entwickeln. Alle in Tarnanzügen, manche auch mit ihrer eigenen Ausrüstung. Andere wiederum höchst professionell ausgestattet (Wie der Sniper zum Beispiel). Die Organisation der Veranstalter war Top. 3 Stunden lang konnten wir mit unendlich viel Schuss die Gaudi unseres Lebens haben. Anschließend gab es noch freien Eintritt in einen angesagten Club namens „Pantheon“ und alles kostete mit Übernachtung im 4 Sterne Hotel ganze 79 €. Gebucht haben wir den ganzen Spaß über PParena. Es ist jetzt schon klar, das wir das definitiv wieder machen werden!

Das Hotel war zwar sichtlich in die Jahre gekommen aber war trotzdem absolut zufriedenstellend. Das Frühstück war sehr umfangreich und lecker und die Betten herrlich bequem. Nach unserem Spiel gingen wir noch schön Essen, bevor es in den Club ging. Zu siebt bezahlten wir für Getränke, Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch im Restaurant „Purkmistr“ umgerechnet 60 oder 70 €. So gut und so unglaublich günstig habe ich noch nie gegessen!